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Carsten Köbisch

Mehr zum Erfolgshonorar

Seit dem 01.07.2008 hat der Gesetzgeber durch die neue Vorschrift des § 4 a RVG das generelle Verbot der Vereinbarung eines Erfolgshonorars abgeschafft.

Im Einzelfall darf jetzt ein Erfolgshonorar vereinbart werden, wenn Sie aufgrund Ihrer wirtschaftlichen Lage und bei angemessener Beurteilung des Falls von der Rechtsverfolgung abgehalten würden.

Das Erfolgshonorar soll also dem finanziell schwächer gestellten Ratsuchenden einen leichteren Zugang zur Rechtsverfolgung ermöglichen.

Durch diese Änderung ist zu erwarten, dass die Zusammenarbeit zwischen Anwalt und Auftraggeber intensiver wird, da das gemeinsame Interesse an einer erfolgreichen Klage steigt.

Nicht vergessen werden sollte, dass Sie im Falle einer 100 %-igen Niederlage jedoch immer die Kosten für die Inanspruchnahme des Gerichts und die Anwaltskosten der Gegenseite zu tragen haben.

Beispiel:

Eine mögliche Vereinbarung könnte wie folgt aussehen (in dem Beispiel klagen Sie auf die Zahlung eines Geldbetrages in Höhe von € 10.000,00 und wir gehen davon aus, dass es nach der Anberaumung eines Gerichtstermins zu einem Urteil kommt und 2,5 - fache Gebühren zzgl. Auslagen und Umsatzsteuer anfallen):

  • Vergütung ohne Erfolgshonorar nach dem RVG:  ca. € 1.500,00, egal ob erfolgreich oder nicht !
  • Vergütung mit Erfolgshonorar:
    • Sofern Sie weniger als 25 %, also 2.500,00 €, zugesprochen bekommen, erhalte ich nur 25 % der Vergütung, die ohne vereinbartes Erfolgshonorar zu zahlen gewesen wäre, also ca. € 375,00.
    • über 25% und bis 50 % erhalte ich die volle RVG Vergütung in Höhe von ca. € 1.500,00
    • über 50 % bis 75 % erhalte ich 150 %  der RVG Vergütung, also ca. € 2.250,00
    • über 75 %  erhalte ich 175 % der gesetzlichen Vergütung, ca. € 2.625,00

Zu berücksichtigen ist dabei, dass Sie entsprechend Ihrer Niederlage an den Gerichtskosten und an den Kosten der Gegenseite beteiligt werden.

Da es sich hierbei um eine individuelle Vereinbarung handelt, ist der Fantasie bei möglichen Vereinbarungen fast keine Grenze gesetzt. Insofern können auch Sie eine Honorarvereinbarung vorschlagen.

© 2008 - Rechtsanwalt Carsten Köbisch - Tel.: 0331 - 585 20 87